Die Gebrüder Alsberg und die Arisierung
In der historischen Realität (und als tragischer Anker unserer Mockumentary) stellt das Schicksal der Familie Alsberg den dunkelsten Punkt in der Entstehungsgeschichte des Horten-Vermögens dar.
Wer waren die Gebrüder Alsberg?
Siegfried und Alfred Alsberg betrieben ein erfolgreiches Warenhaus-Imperium mit Sitzen in Bochum, Gelsenkirchen und weiteren Städten. Ihre Häuser galten als modern, kundenorientiert und waren fester Bestandteil des städtischen Lebens.
Die Übernahme durch Helmut Horten (1933-1938)
Im Jahr 1933, kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, übernahm der erst 24-jährige Helmut Horten das Warenhaus Alsberg in Duisburg. Dies war der Grundstein für seinen späteren Aufstieg zum "Kaufhauskönig".
Die Mechanismen der "Arisierung":
- Wirtschaftlicher Druck: Durch Boykottaufrufe und Repressalien gegen jüdische Geschäfte wurden die Eigentümer in die Enge getrieben.
- Kreditentzug: Banken (wie im Film durch Bankier Schreck repräsentiert) kündigten Kredite oder verweigerten neue Mittel.
- Unterpreisige Verkäufe: Die Verkäufe fanden oft unter extremem Zeitdruck und zu Bruchteilen des tatsächlichen Wertes statt.
Das Schicksal der Personen
Während Helmut Horten nach dem Krieg sein Imperium halten und ausbauen konnte, war das Schicksal der ursprünglichen Eigentümer von Verfolgung und Exil geprägt.
- Siegfried Alsberg: Musste sein Lebenswerk unter Zwang abgeben. Er starb 1941 in der Emigration.
- Alfred Alsberg: Wurde deportiert und im Holocaust ermordet.
In der Mockumentary
In unserem Film nutzen wir dieses Schicksal als moralisches Gegengewicht zur glitzernden Welt der Heidi Horten. Während die Witwe von "Pointillismus" und "Mäzenatentum" spricht, zeigen wir in Teil 3 die nüchterne, bürokratische Kälte, mit der Helmut Horten die "Marktbereinigung" vorantrieb.
August Diehl spielt Horten hier als einen Mann, der sich hinter Paragrafen und "marktüblichen Bedingungen" versteckt, während er das Leid der Betroffenen ignoriert.